Logistikwissen

Lagerverwaltung für Einsteiger: Zur richtigen Verwendung am richtigen Ort

Die Lagerverwaltung als entscheidender Erfolgsfaktor im E-Commerce

Lagerlogistik

Der E-Commerce unterscheidet sich von anderen Formen des Einzelhandels vor allem dadurch, dass die Kunden ihre Waren nach dem Einkauf nicht sofort mitnehmen können. Da wir es hier mit einer Form des Distanzhandels zu tun haben, ist es grundsätzlich erforderlich, die bestellten Produkte zu lagern, zusammenzustellen, zu verpacken und zu versenden. An der Lager- und Versandlogistik führt daher für keinen Online-Händler ein Weg vorbei.

Problematisch wirkt sich hierbei aus, dass viele Internet-Unternehmer zwar Genies in Sachen Programmierung, Online-Marketing oder Sortimentsgestaltung sind. Was die klassische Disziplin der Logistik angeht, fehlt es aber oft an Erfahrung und damit auch an Grundkenntnissen.

Der Empfang der versendeten Ware stellt für den Endkunden allerdings einen ganz wesentlichen Teil des Einkaufserlebnisses dar. Kommt es hier zu Schwächen, Fehlern oder sogar Ausfällen, dann führt das unmittelbar zu einem unzufriedenen Kunden. Ein enttäuschter Kunde im E-Commerce besucht Ihren Shop nicht erneut und empfiehlt Sie auch nicht an andere Verbraucher weiter. Doch genau von diesen beiden Aspekten hängt Ihr Erfolg als Online-Händler massgeblich ab.

Der grundlegende Aufbau eines professionellen Lagers

Wir haben damit also bereits erkannt, dass es sich bei der Logistik um einen wichtigen Erfolgsfaktor handelt. Die Konsequenz aus dieser Feststellung besteht darin, dass Sie in Ihrem Unternehmen vom ersten Tag an eine professionelle Struktur errichten sollten, die Ihnen eine optimale Lagerung von Produkten und einen störungsfreien, schnellen und zuverlässigen Versand ermöglicht.

Ganz wesentlich in diesem Zusammenhang ist eine vernünftige Aufteilung Ihrer Lagerfläche. Anfänger in diesem Bereich neigen oft dazu, die Ihnen zur Verfügung stehende Fläche nach Platzbedarf mit Waren zu füllen und die anstehenden Verpackungs- und Versandarbeiten an zufällig freibleibenden Stellen zu erledigen. Hierbei handelt es sich um einen strukturellen Fehler. Ihr Lager sollte stattdessen in sinnvolle Flächen eingeteilt werden.

Zunächst benötigen Sie einen Versandbereich. Dieser muss klar abgegrenzt und gross genug sein, um die Arbeitsplätze der beschäftigten Mitarbeiter aufzunehmen. Im Versandbereich befinden sich geeignete Packtische, sowie ein direkter Zugang zum Verpackungsmaterial.

Hieran angeschlossen benötigen Sie zwei weitere Bereiche, das Picklager und das Nachfülllager. Im Picklager bringen Sie alle Produkte unter, die Bestandteil einer aktuellen Bestellung sein können. Das Nachfülllager enthält Bestandsreserven sowie Produkte, die noch nicht benötigt werden.

Wareneingang und Versandplanung

Achten Sie nun darauf, dass jeder Wareneingang unmittelbar in den dafür bestimmten Lagerbereich gelangt. Verpackungs- und Füllmaterial werden im Versandbereich untergebracht. Hier können Sie darüber hinaus auch Kundenbestellungen und extrem schnell drehende Saisonware aufbewahren. Produkte mit sehr hoher Absatzmenge und Zugriffshäufigkeit sollten im Picklager weit vorne, also nahe am Versandbereich, untergebracht werden.

Je seltener ein Produkt benötigt wird, desto weiter hinten im Picklager kann es aufbewahrt werden. Waren, die so gut wie gar nicht versendet werden oder deren Verkauf noch nicht begonnen hat, gehören in das Nachfülllager. Wenn Sie diese Struktur konsequent einhalten, dann sorgen Sie dafür, dass auf Produkte mit hoher Absatzmenge, sehr leicht zugegriffen werden kann. Das spart viel Zeit, wenn Ihre Mitarbeiter damit beschäftigt sind, Produkte für Sendungen zusammenzustellen. Ausserdem verringert diese Vorgehensweise das Risiko, dass es zu Packfehlern kommt.

Unser Fazit: Ohne professionelle Struktur kann Ihr Unternehmen nicht wachsen

Bereits in der Startphase eines Unternehmens in der E-Commerce Branche wirken sich logistische Schwächen ausgesprochen stark aus. Das kostet Sie nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Kunden. Wenn Ihr Unternehmen wächst, verstärken sich diese Probleme. Es kommt zu mehr Bestellungen und damit auch zu einem höheren Warenaufkommen.

Lässt sich Ihre Lagerfläche unproblematisch vergrössern, wenn Sie mehr Platz benötigen? Und können Sie diese Flächen kurzfristig wieder loswerden, wenn sich das Geschäft vorübergehend rückläufig entwickelt? Dies ist wahrscheinlich nicht möglich oder zumindest mit erheblichen Problemen verbunden.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie darüber nachdenken, ob es nicht besser ist, wenn Sie die Logistik Ihres Unternehmens von Anfang an in professionelle Hände geben. Ein erfahrenes Lager- und Versandunternehmen bietet Ihnen einen Service, der für hohe Kundenzufriedenheit sorgt. Ihr eigenes Team wird ausserdem entlastet. Dabei sind solche externen Lösungen oft sogar deutlich preiswerter, als der Versuch, die Logistik in Eigenregie darzustellen.

Die optimale Versandverpackung ist eine Frage des richtigen Materials

Verpacken will gelernt sein

Versandverpackung

Wer davon ausgeht, dass das Verpacken von Produkten für den Versand eine einfache Aufgabe ist, der befindet sich im Irrtum. Natürlich fällt es den meisten Menschen nicht sonderlich schwer, Waren in einen Karton zu legen und diesen mit Klebeband zu verschliessen. Von einer perfekten Verpackung unterscheiden sich solche Praktiken allerdings erheblich.

An Verpackungen werden sehr hohe Ansprüche gestellt. Hierbei geht es um ganz verschiedene Aspekte. Zu einer optimalen Verpackung gehört eine gute Handhabung, ein effizienter Materialeinsatz, ein wirksamer Schutz vor Beschädigungen, eine ansehnliche Optik und ein hohes Mass an Umweltverträglichkeit.

Die Handhabung sorgt dafür, dass Ihre Mitarbeiter nicht allzu lange benötigen, um ein Produkt zu verpacken. Der möglichst geringe Materialeinsatz bewahrt Sie vor zu hohen Kosten. Der Schutz vor Beschädigungen ist essentiell, um auszuschliessen, dass Sie Ihren Kunden Reklamationsware schicken. Die Optik der Verpackung prägt den ersten Eindruck, den der Empfänger vom bestellten Produkt erhält. Und die Umweltverträglichkeit gehört zu den Anforderungen, die für immer mehr Verbraucher eine Rolle spielt. Abgesehen davon liegt Ihnen unsere Umwelt mit Sicherheit auch am Herzen.

Immer mehr Verbraucher beurteilen die Verpackung kritisch

Bei den Aspekten Handhabung und Materialeinsatz handelt es sich im Wesentlichen um Faktoren, die sich auf Ihre Kosten im Unternehmen auswirken. Sowohl die Personal- als auch die Einkaufskosten sollten so gering wie möglich gehalten werden, wenn Sie dauerhaft erfolgreich wirtschaften wollen.

Bei den weiteren Aspekten, also der Schutzwirkung der Verpackung, der Optik Ihrer Sendungen und der Umweltverträglichkeit haben wir es dagegen mit Faktoren zu tun, die sich unmittelbar darauf auswirken, was Ihre Kunden von Ihnen denken. Berücksichtigen Sie hierbei unbedingt, dass nur zufriedene Kunden erneut in Ihrem Shop einkaufen und dass Sie immer von positiven Bewertungen Ihrer Kunden abhängig sind. Ob in Ihrem internen Bewertungssystem, bei Google oder in den sozialen Netzen: Viele Verbraucher orientieren sich an diesen Feedbacks und machen Ihre eigenen Kaufentscheidungen davon abhängig.

Auf den Aspekt der Umweltverträglichkeit sollten Sie sich besonders konzentrieren. Wenn Sie zu grosse Kartonagen verwenden, die zum Ausgleich mit sehr viel Verpackungsmaterial gefüllt werden müssen, dann ist die Entsorgung der Materialien für den Verbraucher nicht nur lästig. Zurecht wird er aus einer solchen Vorgehensweise auch schliessen, dass der Umweltschutz in Ihrem Unternehmen keine grosse Rolle spielt.

Dies wiederum wirkt sich ebenfalls massgeblich auf die Kundenzufriedenheit aus. Sie können nicht erwarten, dass umweltbewusste Verbraucher Ihr Unternehmen unterstützen, wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie nachlässig mit Ressourcen umgehen.

Ein grosses Verpackungssortiment als einzige Lösung

Die einzig denkbare Lösung in Bezug auf diese Problematik ist ein wirklich grosses und vielschichtiges Sortiment an Verpackungsmaterial. Hierzu gehören zunächst einmal Kartonagen in ganz unterschiedlichen Grössen und Formen. Nur solche können beim Verpacken von Produkten so ausgewählt werden, dass sie möglichst wenig Füllmaterial benötigen.

Apropos Füllmaterial: Hier sollten Sie Ihren Kunden unbedingt zeigen, dass Sie mit umweltfreundlichen Materialien arbeiten. Verzichten Sie hier auf Kunststoffprodukte, sondern setzen Sie auf alternative Möglichkeiten. Hierzu zählen zum Beispiel spezielle Chips aus Naturmaterialien oder Formteile aus Karton.

Unser Fazit: Professionelle Lösungen für erfolgreiche Unternehmen

Die Verpackung Ihrer Sendungen ist eine aufwendige Arbeit. Soll die Verpackung perfekt sein, dann werden ausserdem viel Erfahrung und ausgeprägte Fachkenntnisse benötigt. Doch damit alleine ist es noch nicht getan. Zusätzlich muss Ihnen nämlich ein wirklich umfangreiches Sortiment an Verpackungsmaterial zur Verfügung stehen.

Problematisch für die meisten Shop-Betreiber wirkt sich hierbei aus, dass man bestimmte Verpackungen zwar benötigt aber nur sehr selten einsetzen muss. Kauft man diese jeweils nur einzeln ein, dann ist das mit hohen Kosten verbunden. Bevorratet man einen grösseren Bestand, dann wird wertvolles Kapital gebunden.

Grössere Unternehmen im Fachbereich Logistik haben hier ganz andere Möglichkeiten. Durch die Betreuung verschiedener Kunden, kann das Verpackungsmaterial in viel grösseren Mengen eingekauft werden. Ausserdem lohnt sich hier auch die Anschaffung von Material, das nur selten benötigt wird. Es ergeben sich also auf der einen Seite Kostenvorteile, während die Verpackung auf der anderen Seite bei Ihren Kunden sehr gut ankommt. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang, über ein Logistik-Outsourcing nachzudenken.

Proaktiver Einkauf für erfolgsorientierte Online-Händler

Lagerreichweite und Bestandsplanung im E-Commerce

Lagerlogistik

Als Online-Händler müssen Sie sich permanent mit dem Thema Einkauf beschäftigen, wenn Sie erfolgreich sein und bleiben wollen. Die Zielsetzung muss dabei sein, dass Sie alle regelmässig verkauften Produkte jederzeit im Lager verfügbar halten. Gleichzeitig muss es aber um jeden Preis vermieden werden, dass Sie es mit unverkäuflichen Beständen zu tun haben, die sich als hartnäckige Ladenhüter erweisen.

Hierbei haben wir es mit einer komplizierten Gratwanderung zu tun. Auf der einen Seite wollen wir bei unseren Lieferanten natürlich gute Einkaufspreise erzielen. Dies gelingt oft nur dann, wenn wir Produkte in einer grösseren Menge einkaufen. Auf der anderen Seite kostet jeder Kubikmeter Lagerfläche bares Geld. Entsprechende Kosten müssen natürlich in die Gesamtkalkulation einbezogen werden.

Hinzu kommt, dass der Einkauf grosser Posten immer mit Risiken verbunden ist. Es kann jederzeit dazu kommen, dass das Interesse der Verbraucher an einem bestimmten Produkt jäh endet und Sie als Online-Händler alternative Wege beschreiten müssen, um die ungeliebte Ware schnell loszuwerden.

Oberstes Ziel muss allerdings für jeden Händler sein, immer lieferfähig zu bleiben. Es ist mehr als unbefriedigend, wenn Sie Produkte aus Ihrem Sortiment eigentlich in grossen Stückzahlen verkaufen könnten, dies aber nicht stattfindet, weil Sie nicht genug Ware eingekauft haben.

Der optimale Umgang mit Ladenhütern

Die oberste Prämisse für Shop-Betreiber sollte immer darin bestehen, dass es gar nicht erst zu Ladenhütern kommt. Ganz vermeiden lässt sich dies aber in den meisten Fällen nicht. Es kann immer wieder vorkommen, dass sich ein Produkt, das Sie in einer gewissen Menge eingekauft haben, als schlecht verkäuflich erweist.

Nun beginnt in gewisser Weise ein Wettlauf mit der Zeit. Lagerkosten führen nämlich dazu, dass betroffene Produkte von Monat zu Monat immer teurer werden. Die anteiligen Lagerkosten müssen dabei den ursprünglichen Einkaufskosten zugeschlagen werden. Je nach Grösse des Produktes können hier schnell hohe Beträge zusammenkommen.

Jetzt heisst es rechtzeitig zu reagieren. Sie müssen den Posten loswerden, bevor er sich wirklich als grösserer Verlust erweist. Hierzu eignen sich auf der einen Seite Verkäufe an Endkunden über Plattformen wie eBay und auf der anderen Seite komplette Verwertungen des Bestandes über Postenhändler. Diese übernehmen Ihren Gesamtbestand zwar nur zu niedrigen Preisen, sorgen aber immerhin dafür, dass Fläche im Lager frei wird und keine weiteren Kosten anfallen.

Dropshipping als alternative für Online-Händler?

Wenn es um die Probleme von Online-Händlern in Sachen Lagerreichweite und Bestandsplanung geht, dann wird oft von dem Handelsmodell Dropshipping gesprochen. Hierbei kommt der Händler selbst nie in physischen Kontakt mit der von ihm angebotenen Ware. Diese verbleibt stattdessen beim jeweiligen Hersteller oder Grosshändler und wird im Fall einer Bestellung von diesem direkt an den Endkunden verschickt.

Auf der einen Seite sorgt dieses System zwar dafür, dass weniger Kapital in den Warenbestand investiert werden muss und dass Sie als Händler kein Warenrisiko eingehen. Auch der Verzicht auf ein eigenes Lager und auf das dazugehörige Lagerpersonal wirkt sich positiv aus.

Allerdings ist die Anzahl an Dropshipping Lieferanten vergleichsweise gering. Die Auswahl an Produkten, die Sie in Ihrem Shop anbieten können, ist daher sehr begrenzt. Hinzu kommt, dass Sie durch die Einzelabnahme von Produkten bei Herstellern und Grosshändlern deutlich schlechtere Einkaufskonditionen erhalten als die regulär arbeitenden Online-Händler. Und nicht zuletzt ist Dropshipping mit mehreren Lieferanten immer problematisch in Bezug auf die Versandlogistik. Bestellt ein Kunde Produkte aus unterschiedlichen Bezugsquellen, dann erhält er mehrere Pakete, die unter Umständen an unterschiedlichen Tagen bei ihm eintreffen und von verschiedenen Paketdiensten geliefert werden. Das macht auch die Abwicklung von Retouren nicht gerade einfacher.

Unser Fazit: Setzen Sie auf ein professionelles Bestandsmanagement

Deutlich besser ist es, wenn Sie stattdessen auf moderne und professionelle Strukturen setzen und Warenwirtschaftssysteme einsetzen, die Sie in Bezug auf das Bestandsmanagement aktiv unterstützen. Hier schlägt Ihnen das Programm auf der Grundlage von konkreten Daten vor, welche Produkte zu welcher Zeit und in welcher Menge nachbestellt werden müssen.

Alternativ dazu lohnt sich auch die Zusammenarbeit mit einem externen Logistiker. Dieser übernimmt Lagerung und Versand für Sie, bearbeitet die eingehenden Retouren und bietet Ihnen aktive Unterstützung in Sachen Bestandsmanagement.

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