Technologien und Geräte für mehr Effizienz
Lagerautomatisierung – wer das Wort hört, denkt an Roboter: menschenleere Logistikzentren, in denen Maschinen agieren. Im Hintergrund zieht Künstliche Intelligenz die Fäden. Doch die technische Optimierung eines Warenlagers beginnt schon viel früher – mit Scannern, der passenden Software und digitaler Bestandsführung. Für effiziente Lagerprozesse lohnt es sich, klein anzufangen und die Automatisierung Schritt für Schritt auszuweiten. Langfristig werden die logistischen Prozesse dadurch günstiger und zuverlässiger. Ein Blick auf die entscheidenden Technologien für ein optimiertes Warenlager lohnt sich.
Lagerautomatisierung – was ist das?
Das Wort Automatisierung geht auf das griechische autómatos (selbsttätig) zurück. Automatisierung heisst also: Etwas geschieht von selbst. Ein automatisierter Prozess benötigt nicht bei jedem Schritt eine menschliche Handlung. Alles verläuft nach festgelegten Regeln. Schon das Erfassen einer Ware mit dem Scanner löst mehrere automatisierte Prozesse aus:
- Die Ware wird einem Artikel in der Datenbank zugeordnet. Der Lagerbestand aktualisiert sich dadurch innerhalb von Sekunden.
- Auf der Grundlage eines Vergleichs mit Artikelstammdaten, aktuellen Beständen und Lagerplatzregeln schlägt das System einen passenden Lagerplatz vor.
- Ist die Ware bereits für einen Kundenauftrag reserviert, wird sie diesem direkt zugeordnet. Andernfalls schlägt das System einen passenden Standort vor.
Wachsende Bestellmengen und höhere Kundenerwartungen machen Lagerautomatisierung für Unternehmen unverzichtbar. Automatisierung ist deshalb ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Einfach gesagt: Je komplexer das Lager, desto dringender ist der Ausbau der Automatisierung.
Das Lagerverwaltungssystem als Basis für die Automatisierung
Ohne saubere Daten bringt auch modernste Technik im Lager wenig. Die Grundlage für Lagerautomatisierung ist ein System im Hintergrund, das die Bestände und Warenbewegungen erfasst. Das Lagerverwaltungssystem ist die Steuerzentrale des automatisierten Lagers. Denn technische Geräte können nur dann effizient arbeiten, wenn sie auf zuverlässige Daten zugreifen können.
Dafür müssen einige wichtige Voraussetzungen gegeben sein. Das sind zum Beispiel eindeutige Kennzeichnungen der Artikel (Barcodes, QR-Codes, RFID-Tags) und eine feste Bezeichnung der Lagerplätze. Ausserdem müssen feste Regeln definiert werden, die sich an individuellen Schwerpunkten orientieren. Diese Entscheidungen müssen selbst getroffen werden – hierfür gibt es noch keine Automatisierung.
- Kurze Wege oder eine möglichst gute Auslastung der Lagerflächen?
- Schnelle Verfügbarkeit oder platzsparende Lagerung?
- FIFO oder FEFO – also First In, First Out oder First Expired, First Out?
Wenn die Prioritäten klar sind, kann die Lagerautomatisierung beginnen. Welche Technologien dabei zum Einsatz kommen, hängt von der individuellen Unternehmensphase und dem Etat für Investitionen ab.
Welche Technologien bestimmen die Lagerautomatisierung?
Jetzt wird es konkret. Lagerautomatisierung besteht aus mehreren ineinandergreifenden Technologien. Viele davon sind bereits mit geringem Aufwand einsetzbar. Andere erfordern hohe Investitionen und eine präzise Planung – manchmal sogar eine grundlegende Systemumstellung.
| System | Kosten | Notwendige Umstellungen |
| Scanner und mobile Datenerfassung | niedrig bis mittel | Die Mitarbeiter benötigen mobile Geräte und klare Anweisungen, wie sie damit umgehen. |
| Barcodes, QR-Codes, RFID-Tags | niedrig, RFID-Tags höher | Barcodes und QR-Codes sind bereits Standard. RFID-Tags erfordern meist die Anpassung bestehender Prozesse. |
| Lagerverwaltungssysteme | mittel bis hoch | Die saubere digitale Erfassung der Bestände muss mit bestehenden ERP-Systemen koordiniert werden. |
| Roboter und fahrerlose Transportsysteme | sehr hoch | Einrichtung neuer Wege, Übergabestationen und Sicherheitsbereiche. |
| Pick-by-Light, Pick-by-Voice | mittel bis hoch | Picklisten und Auftragsdaten müssen sauber vorhanden sein. Die Mitarbeiter müssen nach den Vorgaben des Systems arbeiten. |
| Automatische Lagersysteme und Shuttle-Systeme | sehr hoch | Oft starke bauliche und organisatorische Anpassungen erforderlich. |
| Künstliche Intelligenz und Datenanalyse | mittel bis hoch | KI-Lösungen sind nur sinnvoll, wenn sie auf eine umfangreiche Datenbasis zugreifen können. Nur so können sie Muster erkennen und auswerten. |
Der entscheidende Punkt für eine erfolgreiche Lagerautomatisierung sind eine ganzheitliche Betrachtungsweise und ein schrittweises Vorgehen. Die Geräte und Systeme dürfen nie isoliert betrachtet werden. Sie müssen zueinander passen. Sukzessive Planung macht vieles einfacher. Erst die Grundlagen schaffen, dann die Systeme aussuchen.
Häufige Fehler bei der Lagerautomatisierung
Dass bei der Lagerautomatisierung technische Probleme auftauchen können, ist klar. Die häufigsten Fehler basieren jedoch auf mangelnder Vorbereitung und Prozessklarheit. Ein Beispiel dafür ist die Anschaffung von Scannern, ohne vorher klare Scanpunkte festzulegen. Idealerweise sollte beim Wareneingang, bei der Einlagerung, bei der Umlagerung, bei der Kommissionierung und beim Versand konsequent gescannt werden, um eine lückenlose digitale Bestandsführung sicherzustellen. Werden einzelne Schritte ausgelassen, entstehen Lücken im System. Dann zeigt die Datenbank zwar einen Bestand an, der tatsächliche Warenbestand im Lager kann aber bereits davon abweichen.
Unsaubere Stammdaten sind die häufigste Ursache von Problemen mit dem Lagerverwaltungssystem – denn falsche Informationen erzeugen falsche Entscheidungen des Systems. Es schlägt ungeeignete Lagerplätze vor oder erzeugt fehlerhafte Picklisten. Gerade bei Pick-by-Light oder Pick-by-Voice wird häufig unterschätzt, wie stark diese Systeme gewohnte Arbeitsabläufe verändern. Eine sorgfältige Einweisung der Mitarbeiter entscheidet darüber, ob die neuen technischen Mittel dann tatsächlich ihre Vorteile zeigen können.
Automatisierung Schritt für Schritt einführen
Roboter oder Shuttlesysteme und die Kontrolle des Warenlagers durch Künstliche Intelligenz – das ist eine faszinierende Perspektive. Aber in der Praxis sollte ein Unternehmen Schritt für Schritt vorgehen. Die passende Form der Lageroptimierung hängt von der jeweiligen Unternehmensphase ab: am Anfang weniger, bei Wachstum mehr.
- Bei einem kleinen Lager mit geringen Bestellmengen reichen einfache Scanner aus, um die Bestände effizient und schnell zu erfassen.
- Um die Abläufe bei einem wachsenden Lager zu standardisieren, empfehlen sich fortgeschrittene Lagerverwaltungssysteme mit mobiler Datenerfassung.
- Bei einem grösseren Lager mit höheren Bestellmengen sind bereits Pick-by-Voice oder Pick-by-Light-Lösungen denkbar, um die Prozesse zu beschleunigen.
- Erst bei sehr grossen Lagern empfehlen sich Fördertechnik, Shuttlesysteme und fahrerlose Transportsysteme.
Künstliche Intelligenz ist heute bereits in vielen modernen Lagerverwaltungssystemen integriert. Wirklich sinnvoll wird KI jedoch erst bei höheren Bestellmengen und einer ausreichend grossen Datenbasis.
Fazit
Lagerautomatisierung beginnt mit einer sauberen Datenbasis. Das ist die Voraussetzung dafür, dass technische Systeme zuverlässig arbeiten können. Kurz gesagt: Ohne Daten keine Automatisierung. Scanner und Barcodes bieten hierfür eine einfache, ausbaufähige Grundlage. Unternehmen sollten deshalb nichts überstürzen, sondern zuerst Transparenz schaffen und die Technik dann Schritt für Schritt erweitern. Nur so wird Lagerautomatisierung ein Werkzeug für weniger Fehler und mehr Effizienz.
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Dieser Text wurde vom Autor eigenständig erstellt und redaktionell geprüft. Zur punktuellen Unterstützung bei Recherche, Strukturierung und Formulierung wurden digitale Werkzeuge, einschliesslich KI-Systeme, eingesetzt. Sämtliche Inhalte wurden vom Autor überprüft und verantwortet.