Sendungsverfolgung Auftragserfassung Lagersystem Login

Autonome Transportfahrzeuge

AGV in der Logistik

Automated Guided Vehicles (AGV) sind fahrerlose Transportmittel. Diese selbstständig agierenden Fahrzeuge spielen in modernen Logistikzentren eine immer grössere Rolle. Wie von Geisterhand bewegt transportieren sie Waren, Behälter und Paletten durch Lager- und Produktionshallen. Der Mensch schaut scheinbar nur noch zu. Doch hinter den reibungslosen Fahrten steckt ein genau abgestimmtes Zusammenspiel aus Steuerungssoftware, Sensoren und klar definierten Verkehrswegen. Dieser Überblick zeigt, wie AGV in der Logistik funktionieren und unter welchen Voraussetzungen sich ihr Einsatz lohnt.

Warum AGV in der Logistik? 

Selbst fahren oder automatisch fahren lassen? Oft handelt es sich hierbei um eine grundsätzliche Entscheidung in der Lagerlogistik. Dabei gilt: Je moderner und je grösser das Lager, umso mehr autonome Transportfahrzeuge werden sich dort finden. Der Trend ist eindeutig: Zur Zukunft der Logistik gehören AGV. Die Vorteile liegen auf der Hand: 

  • Geringere Personalkosten. Menschliche Arbeitskraft ist teuer, Maschinen sind im Vergleich dazu preiswerter – denn die Investitionskosten zahlen sich schnell aus. 
  • 24/7-Betrieb. AGV kennen keinen 8-Stunden-Tag oder die 40-Stunden-Woche. Sie arbeiten rund um die Uhr. 
  • Präzision und Zuverlässigkeit. AGV sind darauf programmiert, keine Fehler zu machen. Ihre Sensoren erfassen jedes Hindernis.
  • Weniger Unfälle und Transportschäden. Autonome Transportfahrzeuge werden nicht müde und dadurch unaufmerksam. Im Gegensatz zu menschlichen Mitarbeitern hat es für die Maschine keinen Einfluss, ob sie gerade erst mit der Arbeit begonnen hat oder schon 24 Stunden in Betrieb ist.
  • Flexible Anpassung an Lagerprozesse. AGV sind immer sofort einsatzbereit. Auch zur Nachtzeit, wenn ein Auftrag dringend ist. Die Lagerprozesse müssen sich nicht an die AGV anpassen. 

AGV oder AMR?

Bei autonomen Transportfahrzeugen gibt es eine wesentliche Unterscheidung: 

  • Automated Guided Vehicles (AGV) fahren auf vorgegebenen Wegen im Lager. Diese Wege können beispielsweise durch Reflektoren, Markierungen oder Magnetstreifen festgelegt werden. 
  • Autonomous Mobile Robots (AMR) erfassen ihre Umgebung mithilfe von Sensoren. Das macht flexiblere Routen möglich. Wenn eine Strecke versperrt ist, wählt das System eigenständig einen anderen Weg. 

AGV sind daher für gleichbleibende und klar strukturierte Transportabläufe geeignet, während AMR ihre Vorteile in dynamischen Lagerumgebungen mit wechselnden Fahrwegen ausspielen. 

Autonome Transportfahrzeuge im Einzelnen 

Welche Arten von autonomen Transportfahrzeugen (AGV) gibt es? In Bezug auf die Bauform werden im Wesentlichen vier Typen unterschieden: Plattformfahrzeuge, Gabelstapler und Hochhubwagen sowie Unterfahrroboter. Dazu kommen autonome Schleppzüge. 

Plattformfahrzeuge

Plattformfahrzeuge sind im Lager besonders praktisch für den Transport schwerer, sperriger oder unregelmässig geformter Gegenstände. Die Waren werden auf einer Ladefläche oder einem speziell angepassten Aufbau befördert. Sensoren und Navigationssysteme erfassen die Umgebung, während die Steuerungssoftware das Fahrzeug eigenständig zum Ziel führt.

Gabelstapler und Hochhubwagen

Auch Gabelstapler und Hochhubwagen können fahrerlos betrieben werden. Mithilfe von Sensoren, Laserscannern und Steuerungssoftware nehmen sie Paletten auf, transportieren sie und lagern sie ein oder aus. Gleichmässige und präzise Abläufe können dazu beitragen, Unfälle und Transportschäden zu verringern.

Unterfahrroboter

Mensch zum Regal oder Regal zum Menschen? Letzteres machen Unterfahrroboter möglich. Sie fahren unter mobile Regale oder andere geeignete Ladungsträger, heben diese leicht an und bringen sie zu einer Kommissionierstation. Dieses Verfahren erspart den Mitarbeitern längere Laufwege.

Autonome Schleppzüge

Ein fahrerloses Zugfahrzeug und die angehängten Transportwagen bilden zusammen einen autonomen Schleppzug. Solche Systeme eignen sich besonders für regelmässige Transporte grösserer Warenmengen zwischen Wareneingang, Lager, Produktion und Versand. Durch mehrere Anhänger können verschiedene Ladungsträger in einer einzigen Fahrt befördert werden.

Wann lohnen sich AGV oder AMR? 

Wenn der Fulfillmentprozess von wiederkehrenden Transporten auf gleichbleibenden Strecken gekennzeichnet ist und das Lager über eine gewisse Grösse verfügt, sollte der Logistikdienstleister den Einsatz von autonomen Transportfahrzeugen in Erwägung ziehen. Gerade bei einem hohen Transportaufkommen machen sich die Investitionen in kurzer Zeit bezahlt. 

Eine zentrale Voraussetzung für die autonomen Fahrzeuge ist die Anbindung an das Warehouse-Management-System. Denn die Transportaufträge kommen direkt vom WMS und werden von dort an die Flottensteuerung übermittelt. Je mehr Aufträge erfüllt werden müssen, desto besser lassen sich die Fahrzeuge auslasten und desto schneller amortisieren sich die Investitionskosten. Bei kleineren Lagern mit einem geringen Transportaufkommen lohnt sich der Einsatz deshalb häufig nicht.

Ausblick: Dark Warehouses mit AMR

Die Zukunft der Logistiklager sieht in einem gewissen Sinne düster aus – allerdings nur, soweit es die Notwendigkeit beleuchteter Hallen betrifft. Komplett automatisierte Lager, in denen ausschliesslich Maschinen und Roboter arbeiten, benötigen kaum Licht. Der Trend geht zu Dark Warehouses – Lagerhallen ohne Beleuchtung. 

Auch die Temperaturen müssen nicht mehr in erster Linie auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter abgestimmt werden. Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung lassen sich daher in vielen Bereichen reduzieren. Dark Warehouses sparen auf diese Weise erhebliche Mengen an Energie ein und senken damit die Betriebskosten. 

Fazit

Autonome Transportfahrzeuge sind in modernen Lagern selbstverständlich – doch das Potenzial von AGV und AMR endet nicht am Hallentor. Selbstfahrende Lieferfahrzeuge werden künftig auch auf öffentlichen Strassen und dort insbesondere auf der letzten Meile immer mehr Aufgaben übernehmen. Sie werden ergänzt durch Lieferdrohnen, die zwar nicht zu den AGV im strengen Sinne zählen, aber für dieselbe Entwicklung stehen. Der Warentransport wird autonom. In nicht allzu ferner Zukunft werden die Waren ihren Weg vielleicht von ganz allein finden. 

—

Hinweis zur Texterstellung

Dieser Text wurde vom Autor eigenständig erstellt und redaktionell geprüft. Zur punktuellen Unterstützung bei Recherche, Strukturierung und Formulierung wurden digitale Werkzeuge, einschliesslich KI-Systeme, eingesetzt. Sämtliche Inhalte wurden vom Autor überprüft und verantwortet.

Weitere Artikel

Alle News anzeigen
E-LKW Baustofflogistik

Möchten Sie eine Beratung?
Nehmen Sie Kontakt auf!

Zum Seitenanfang