Welches Kommissioniersystem für welchen Einsatz?
Grosse Lager benötigen klare Abläufe. Sonst wird es schwierig, den Überblick zu behalten. Die einzelnen Prozesse werden ohne die richtige Unterstützung fehleranfällig und kommen ins Stocken. Wie lassen sich Waren schnell finden, um die Kommissionierung zu optimieren? Pick-by-Light und Pick-by-Voice gehören zu den bekanntesten digitalen Systemen für die Unterstützung der Mitarbeiter bei der Kommissionierung. Beide Systeme beschleunigen die Abläufe. Doch auch für Light- und Voice-Lösungen gilt: Sie müssen zu den jeweiligen Abläufen im Lager passen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Vor- und Nachteile Pick-by-Light und Pick-by-Voice haben und für welche Einsatzbereiche sich die beiden Systeme besonders eignen.
Kommissionieren mit Licht und Stimme
Eine Bestellung im Onlineshop nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit. Als Erstes müssen die bestellten Artikel zu einer Sendung zusammengefasst werden. Das ist die eigentliche Kommissionierung. Die Arbeitsschritte in Kurzfassung:
- Auffinden des Lagerplatzes
- Entnahme der korrekten Menge
- Kontrolle der entnommenen Artikel
- Verpackung der kommissionierten Waren
- Übergabe der Sendung an den Versand
Pick-by-Light und Pick-by-Voice unterstützen die Beschäftigten beim Auffinden der Produkte. Die Bezeichnungen sprechen für sich: Pick-by-Light arbeitet mit Lichtsignalen, Pick-by-Voice mit gesprochenen Anweisungen. Doch wie funktionieren die beiden Systeme konkret?
Pick-by-Light
Beim Pick-by-Light-System zeigen Lichtsignale an, welche Artikel zu entnehmen sind. Displays oder Leuchtanzeigen weisen den Mitarbeitern den Weg zum richtigen Fach. Sie zeigen ausserdem die benötigte Stückzahl an. Jeder Vorgang wird nach der Entnahme per Tastendruck bestätigt. Pick-by-Light ist ein einfaches, intuitives System. Es kommt ohne langes Suchen und Lesen aus und führt schnell zum erfolgreichen Abschluss der Kommissionierung.
Es gibt jedoch eine klare Grenze des Einsatzbereichs von Pick-by-Light-Systemen: Wenn an jedem benötigten Lagerfach Hardware angebracht und mit Strom versorgt werden muss, kann dies bei festen Bereichen mit hohem Warenumschlag sehr effizient sein. Bei häufig wechselnden Lagerstrukturen ist ein mobiles System wie Pick-by-Voice jedoch deutlich flexibler. Denn dann müssen im Lager selbst keine Leuchtanzeigen oder ähnliche Komponenten an den einzelnen Lagerplätzen installiert oder angepasst werden.
Übrigens: Das Put-to-Light-System arbeitet entsprechend. Nur werden hier die Waren nicht aus dem Regal entnommen, sondern dort abgelegt.
Pick-by-Voice
Pick-by-Voice funktioniert über Headsets: Die Beschäftigten erhalten ihre Arbeitsanweisungen in gesprochener Sprache. Die Sprachsoftware nennt den jeweils nächsten Lagerplatz und die zu entnehmende Menge. Auch die Bestätigung erfolgt über das Voice-System. Der entscheidende Vorteil: Beide Hände bleiben frei, denn es muss kein Display bedient werden. Pick-by-Voice eignet sich besonders für Arbeitsabläufe, bei denen die Hände nicht durch ein mobiles Gerät gebunden sein sollen. Das ist ein deutlicher Gewinn an Zeit und Sicherheit.
- Der Blick der Mitarbeiter bleibt auf den Weg und die Ware gerichtet, sie werden nicht durch Papierlisten, Scanner oder Eingabegeräte abgelenkt. Alles erfolgt über die Stimme.
- Moderne Pick-by-Voice-Systeme sind in mehreren Sprachen verfügbar und können ohne Aufwand umgestellt werden. So lassen sich auch Sprachbarrieren überwinden..
Aber natürlich hat auch dieses System Grenzen. In lauten Arbeitsumgebungen besteht immer die Gefahr, dass die Anweisungen nicht oder falsch verstanden werden. Bei komplexeren Aufträgen kann es zu häufigen Rückfragen kommen – dann ist ein gutes Spracherkennungssystem entscheidend für eine effiziente Kommissionierung.
Pick-by-Light und Pick-by-Voice auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Pick-by-Light und Pick-by-Voice in einer direkten Gegenüberstellung:
| Pick-by-Light | Pick-by-Voice | |
| Führung | Licht und Displays | Sprache |
| Bestätigung | Taste oder Sensor | Sprache |
| Händefreiheit | Weitgehend ja | Sehr gut |
| Blickfreiheit | Weitgehend ja | Sehr gut |
| Geeignete Lagerbereiche | Kompakte, feste Zonen | Weitläufige und flexible Bereiche |
| Typische Ware | Kleinteile und Einzelstücke | Kartons, Gebinde und grössere Artikel |
| Änderungen der Lagerstruktur | Eventuell Aufwand für Hardware-Umstellungen | Kein Aufwand für Hardware-Umstellungen |
| Einarbeitung | Einfach und intuitiv | Kurze Einweisung in die Sprachsteuerung nötig |
Die Übersicht zeigt, dass es bei den beiden Systemen keinen klaren Sieger gibt. Die wichtigsten Kriterien für die Auswahl sind Sortiment und Lagerstruktur. Das heisst: Der Prozess entscheidet. Wenn es sich um ein grösseres Lager handelt, lassen sich die Vorteile der unterschiedlichen Systeme gezielt an den jeweiligen Punkten des Kommissionierprozesses ausnutzen.
Lassen sich beide Systeme kombinieren?
Pick-by-Light, Pick-by-Voice – oder beides? Lassen sich die Systeme kombinieren? Eine multimodale Lösung ist in vielen Bereichen durchaus denkbar. Unterschiedliche Kommissionierungsverfahren können nebeneinander eingesetzt werden.
Zum Beispiel eignet sich Pick-by-Light vor allem im Kleinteilebereich. Pick-by-Voice ist dagegen ideal bei der Kartonkommissionierung. So können Sprache und Lichtsignale abhängig vom jeweiligen Arbeitsschritt kombiniert werden. Grössere Lager verfügen über mehrere unterschiedliche Kommissionierzonen, in denen jeweils das am besten geeignete Verfahren eingesetzt werden kann.
Welche Rolle spielt das WMS?
Pick-by-Light und Pick-by-Voice erhalten ihre Aufträge in der Regel aus dem Warehouse Management-System. Die Anbindung erfordert entsprechende Schnittstellen. Ein neues WMS ist dafür normalerweise nicht erforderlich. Die modernen Lösungen lassen sich in den meisten Fällen ohne Probleme in eine bestehende Systemlandschaft integrieren. Das Kommissioniersystem kann entweder direkt mit dem WMS kommunizieren oder es nutzt dafür eine zwischengeschaltete Steuerungssoftware.
Fazit
Eine schnelle und fehlerfreie Kommissionierung erfordert ab einer bestimmten Lagergrösse technische Unterstützung – zum Beispiel durch Pick-by-Light oder Pick-by-Voice. Die Entscheidung für ein bestimmtes System hängt von den zu kommissionierenden Waren und der Lagerstruktur ab. Manchmal sind Licht und Sprache auch nebeneinander einsetzbar. Massgeblich ist, was zum jeweiligen Arbeitsablauf passt. Denn die Technik folgt dem Prozess – nicht umgekehrt.
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Hinweis zur Texterstellung
Dieser Text wurde vom Autor eigenständig erstellt und redaktionell geprüft. Zur punktuellen Unterstützung bei Recherche, Strukturierung und Formulierung wurden digitale Werkzeuge, einschliesslich KI-Systeme, eingesetzt. Sämtliche Inhalte wurden vom Autor überprüft und verantwortet.