Logistikwissen

Die Logistik als entscheidender Erfolgsfaktor im E-Commerce

Die Logistik ist im Online-Handel ein neuralgischer Punkt

E-Commerce Logistik

Der Handel mit Produkten im Internet geniesst im direkten Vergleich zum herkömmlichen Offline-Handel eine ganze Reihe von Vorteilen. Nur in einem Bereich ist er deutlich im Nachteil: E-Commerce ist nicht ohne Logistik möglich. Bestellte Waren müssen an den Besteller verschickt werden und dieser Umstand ist mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen verbunden, die jeder Online-Händler für sich lösen muss.

Die Logistik beeinflusst die Zufriedenheit der Kunden nicht nur während des Einkaufs, sondern auch davor und danach. Warum das so ist und wie Sie sich als Online-Händler optimal auf diese Problematik einstellen können, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Der Service rund um den Versand ist entscheidend

Die Beschäftigung mit dem Thema Versand beginnt für den Online-Kunden bereits deutlich vor der Entscheidung für einen Einkauf. Während im Shop gestöbert wird, möchte der Besucher nämlich gerne wissen, was ihn der Versand kosten wird und wie lange er wohl auf seine Bestellung warten muss. Versäumt es der Händler, hierüber aufzuklären, wird das oft mit einem Abbruch des Besuches quittiert.

Sobald die Bestellung abgeschickt wurde, beginnt die Wartezeit auf die Sendung. Wenn der Versand zu lange dauert oder wenn der Käufer nicht jederzeit genau weiss, wann das Paket bei ihm eintrifft, kann es schnell zu Unzufriedenheit kommen. Trifft die Sendung dann endlich ein, wirken sich auch ein schlechter Zustand der Verpackung oder ein falsches Produkt negativ auf die Kundenzufriedenheit aus.

Insgesamt haben Fehler bei logistischen Prozessen einen entscheidenden Einfluss darauf, wie zufrieden der Kunde mit einem Online-Shop ist. Und genau diese Zufriedenheit entscheidet darüber, wie Kundenbewertungen ausfallen und ob es gelingt, aus einem einmaligen Käufer einen treuen Stammkunden zu machen.

Die Logistik wird bei steigenden Umsätzen schnell zum Problem

Logistische Prozesse sind zwar heute immer stärker von digitalen Strukturen und von Automatisierung geprägt. Nach wie vor spielen hier aber die Grösse der verfügbaren Fläche und die Anzahl der Mitarbeiter eine wesentliche Rolle. Um eine bestimmte Menge an Ware zu lagern und um Tag für Tag viele Bestellungen auszuliefern braucht man nun einmal genügend Lagerfläche und Mitarbeiter.

Dies bekommt man als Online-Händler immer dann zu spüren, wenn sich das Unternehmen in Wachstumsphasen befindet. Vielleicht funktionierten die logistischen Prozesse mit einem überschaubaren Sortiment und einer kleineren Anzahl von Bestellungen pro Tag noch recht gut. Doch wie sieht es aus, wenn sich die Geschäfte positiv entwickeln, das Lieferprogramm wächst und sich die Zahl der täglichen Bestellungen vervielfacht?

Hier gerät die Logistik von Online-Händlern schnell an ihre Grenzen. Es kommt zu Lagerengpässen, Kunden müssen länger auf Bestellungen warten und immer mehr Fehler schleichen sich ein.

Unser Fazit: Guter Kundenservice bedingt professionelle Logistik

Eine professionelle Logistik ist für jedes E-Commerce Unternehmen unabdingbare Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Shop-Kunden sollten viele komfortable Versandoptionen angeboten werden, die Lieferzeiten müssen kurz und der Versand zuverlässig sein. Ausserdem braucht der Käufer lückenlose Informationen über den Sendungsstatus und muss sich auf eine saubere und ordentliche Verpackung verlassen können. Nur so erreicht der Shop-Betreiber bei seinen Kunden eine maximale Zufriedenheit und bleibt dauerhaft erfolgreich.

Internet-Unternehmer sollten sich vor diesem Hintergrund genau überlegen, wie sie eine optimale logistische Struktur aufbauen können. Vieles spricht dafür, sich in dieser Situation für einen professionellen externen Dienstleister zu entscheiden. So kann sich der Händler voll und ganz auf seine eigentlichen Kernkompetenzen verlassen, während der Logistik-Profi dafür sorgt, dass alle Sendungen fehlerfrei, schnell und zuverlässig versendet werden.

Supply Chain Manager – Spezialist in der Logistik

Supply Chain Manager – Spezialist in der Logistik

Service

Der Supply Chain Manager ist bei vielen logistischen Prozessen besonders gefragt. Er übernimmt vielfältige Leistungsbereiche in der Logistikbranche. Wer auf einen solchen Berater setzt, bekommt einen Spezialisten und Generalisten zugleich. Aufgrund der Internationalisierung treffen diese aber auf neue Herausforderungen und müssen sich der Komplexität prozessgerecht anpassen.

Kundenorientierung und Bedarfsoptimierung – Aufgaben des Supply Chain Managements

Geht es um erhöhte Lieferzuverlässigkeit, mit senkenden Lieferkosten und optimaler Auslastung ist der Supply Chain Manager gefragt. Dieser behält bei allen Prozessen den Durchblick und sorgt für eine reibungslose Lieferkette. In Zusammenarbeit mit externen Zulieferern kann er Ausserordentliches leisten und übernimmt zusätzlich die Betreuung des Endkunden. Unternehmen mit einer gut funktionierenden Logistik, machen sich das Supply Chain Management zunutze.

Der Supply Chain Manager trifft dennoch aufgrund der Internationalisierung auf neue Herausforderungen. So führen Beschaffungs- und Absatzmärkte zu einer Globalisierung, dessen Versorgungssysteme sich ausweiten. Im Fokus stehen Planung und Entscheidungsfindung sowie ein Unternehmensmanagement, das sich den Gegebenheiten anpassen kann. Um die gesamten Prozesse optimal zu strukturieren, braucht es durchgängige Informationstechnologien. Diese sind aber nur vereinzelt vorhanden. Durch die Steigung der Anforderungen der externen Dienstleister und Lieferanten kommen die Systeme an ihre Grenzen.

Suche nach Lösungen für Nachfrage und Nachhaltigkeit

Das Supply Chain Management steht vor grossen Aufgaben, um die geforderte Komplexität zu bewältigen. So werden individuelle Lösungen für alle Lieferprozesse wichtig. Aufgrund der verkürzten Produktlebenszyklen steigt die Nachfrage vom Lieferanten bis hin zum Endverbraucher. Das führt zu einer verstärkten Marktanforderung. Die Lieferketten müssen daher auf kurz oder lang noch widerstandsfähiger und anpassungsfähiger werden. Zudem sind erhöhte gesetzliche Regularien zu beachten, die der Supply Chain Manager kennen sollte.

Während der hohen Nachfrage wird das Thema Nachhaltigkeit noch deutlicher fokussiert. Auch hier ist das Management gefragt, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden und ökologische sowie soziale Anforderungen umsetzen zu können.

Supply Chain Manager mit branchenspezifischen Kenntnissen

Da Unternehmen spezifisch ihre Lieferketten bedienen, braucht es die Unterstützung eines Supply Chain Managers, der sich individuell anpassen kann. So sollte dieser anhand seiner Kenntnisse, umfassendes Verständnis für die Zusammenhänge der Führungsebene sowie für die Funktion der Wertschöpfungsketten haben. Ebenso wichtig sind branchenspezifische Kenntnisse und Erfahrungen der einzelnen Lieferprozesse.

Supply Chain Manager sind weit mehr als nur Fachberater. Sie treffen auf Komplexität und bieten gleichzeitig treffende Lösungsansätze. Aus diesen Gründen wird es für Recruiter noch schwieriger, Logistik-Experten wie diese zu finden. So müssen herkömmliche Personalbeschaffungsmassnahmen grundsätzlich überarbeitet und neu definiert werden. Mit neuer Technologie können sekundenschnell und per Algorithmus treffende Wunschkandidaten gefiltert werden, deren Fähigkeiten und Erfahrungen passen.

Anforderungen steigen in allen Logistikbereichen

Ob mit oder ohne Supply Chain Manager; die Anforderungen sind vielfältig und steigen von Jahr zu Jahr. So betreffen sie alle Bereiche der Logistik, vom Beginn der Lieferkette bis hin zum Endkunden und der stetig wachsenden Digitalisierung. Unternehmen müssen sich zukunftsorientiert den wachsenden Herausforderungen stellen und sollten das Supply Chain Management nutzen, um sich zielführend dem Markt anzupassen.

Urbane Logistik: ein Zukunftsprojekt

Urbane Logistik: Ein Zukunftsprojekt

urbane Logistik

betrachtet man die Logistiktrends und deren wachsende Herausforderungen, ist urbane Logistik ein wichtiges Thema. Grossstädte werden mehr und mehr bebaut, die Infrastruktur wird angepasst und die Strassen werden immer voller. So bleibt kaum mehr Zeit, für schnelle und zuverlässige Lieferungen an Kunden. Der Trend geht in Richtung Expresslieferungen, bei denen Händler und Logistiker Schritt halten müssen. Urbane Logistik heisst das Ziel und mit ihr kommen neue Herausforderungen.

Urbane Logistik mit unterschiedlichen Szenarien

Wird von urbaner Logistik gesprochen, sind alle logistischen Prozesse innerhalb urbaner Räume gemeint. Hierbei handelt es sich um die Realisierung von Logistikprojekten, mit dem Nutzen der vorhandenen Infrastruktur. Unter Berücksichtigung der Verkehrssituation und Umweltbelastung stehen Logistiker vor grossen Herausforderungen. Denn urbane Logistik bietet zum einen eine grosse Chance und zum anderen offenbart sie neue Probleme.

Urbane Logistik ist auf dem Vormarsch und wagt bereits erste Schritte in Grossstädten. Roland Berger hat bereits dazu eine Studie „Urbane Logistik 2030 in Deutschland“ durchgeführt und zeigt interessante Szenarien auf, wie sich urbane Logistik bis zum Jahr 2030 zeigen könnte:

  • Das Szenario Wilder Westen beschäftigt sich mit der Konkurrenz zahlreicher Logistikanbieter. Jeder handelt für sich nach innovativen Logistik-Konzepten und beansprucht dafür seine eigenen Marktanteile. Das führt zu noch mehr Druck und bietet neuen Logistikern leichtes Spiel.
  • Tritt regulierte Vielfalt in den Vordergrund, geht es um Effektivität der Warenströme innerhalb von Grossstädten. Ziel ist es, das hohe Verkehrsaufkommen zu verringern. In diesem Fall steigt dennoch der Konkurrenzdruck zwischen Logistikdienstleistern, da Kooperationen und die durchgeführten Standards reduziert werden oder ganz weichen.
  • Urbane Logistik kann sich mit einer Stadtplattform zeigen, bei der der Anbieter die letzten Schritte nicht mehr eigenverantwortlich übernimmt. Dafür könnte es eine zentrale Plattform geben, die alle urbanen Warenströme selbst plant und diese mit einem dezentralen Lager umsetzt.
  • Bei der Koexistenz der Grossen handelt es sich um ein Szenario, das sich mit wenigen, grossen Plattformen beschäftigt, die aber untereinander konkurrieren. Dessen Grössen und Marktanteile würden sich aber dennoch effektiv auf das Managen der Warenströme auswirken.
  • Autonome Pods oder E-Cargobikes

    Um urbane Lösungen zu schaffen, sind autonome Pods und E-Cargobikes eine Alternative. Der französische Automobilhersteller Renault hat dafür ein Konzept mit dem Namen „ez-Pro“ entwickelt. Hierbei handelt es sich um fahrerlose Pods, die sich dem Bedarf anpassen können. Das Fahrzeug übernimmt neben den Transporten von Personen, auch Abholungen, Auslieferungen sowie die Übernahmen von Paketen.

    Auf diese Weise lassen sich mehrere Kolonnen zusammenführen, bei denen pro Kolonne ein menschlicher Mitarbeiter agiert und die Überwachung aller Prozesse übernimmt. Mit den autonomen Pods lassen sich vielfältige Möglichkeiten erreichen. So kann der Kunde selbst entscheiden, wie er sein Paket abgibt oder erhält. Auch sind App Pakete denkbar, mit denen Pakete aus Fächern abholt oder abgegeben werden können.

    Bevor autonome Pods in Grossstädten unterwegs sind, braucht es noch Zeit. Denn die Klärung von rechtlichen Rahmenbedingungen und der Ausbau des Konzeptes ist erst mittel- bis langfristig umsetzbar.

    Im urbanen Raum könnten sich ebenso E-Cargobikes bewegen. Mit einem Gewicht von 350 kg und 1000 Watt Antrieb hat UPS ein Pilotprojekt in Hamburg gestartet. Dieses Konzept gibt Anlass, weitere Städte mit den Fahrzeugen deutschland- und europaweit zu versorgen. Mit dem Pilotprojekt konnte UPS beweisen, dass sich im Schnitt 7-9 Zustellfahrzeuge einsparen lassen. Des Weiteren können aufgrund der Anschaffung des E-Cargobikes Kosten für Zustellfahrzeuge und deren Unterhalt sowie Kraftstoff eingespart werden. Ein zusätzliches Plus bieten E-Cargobikes hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit.

    Für den urbanen Raum eignen sich autonome Pods sowie E-Cargobikes. Denn in Grossstädten herrscht oft Platzmangel und Parkmöglichkeiten sind so gut wie nie vorhanden. Beide Fahrzeuge brauchen weniger Platz. Das E-Cargobike bringt noch zusätzlich den Vorteil mit, dass es auf dem Gehweg und nicht auf der Strasse gefahren werden kann.

    Lagerhaltung mit just-in-time

    Neben dem wachsenden Verkehrsaufkommen ist die Lagerhaltung ein wichtiges Thema. Denn die Lagerung von Beständen wird nicht nur knapper, sondern auch teurer. Die Lagerhaltung ausserhalb der urbanen Räume zu verlegen, bedeutet im Umkehrschluss grössere Entfernung in die Grossstädte und längere Lieferzeiten. Da der Onlinehandel in den letzten Jahren wächst, würde dieser noch mehr steigen und Logistikdienstleister müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

    Mit den urbanen Lösungen kommen aber immer mehr Ansätze zutage, die genügend Freiflächen bieten. Zu denken ist dabei an Parkhäuser, die in den Grossstädten zahlreich vertreten sind. Deren tägliche Auslastung bezieht sich eher tagsüber, in den Nächten stehen diese üblicherweise leer. Dieser Aspekt könnte für just-in-time-Verfahren genutzt werden, in dem die Waren dort nachts gelagert und in den Morgenstunden ausgeliefert werden. Diese Möglichkeit bietet zwar nur eine limitierte Alternative, kann aber bei optimalen Beständen hilfreich sein. In diesen Fällen ist es daher zwingend notwendig, vorausschauend zu planen und die Nachfrage präziser zu prognostizieren. Mit fortschrittlicher Software kann eine entsprechende Bestandsoptimierung automatisch erfolgen.

    Die einzelnen Konzepte hören sich zwar vielversprechend an, benötigen aber noch Zeit. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die urbane Logistik in Zukunft entwickelt und wie sich diese meistern lässt.

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